- Art: Datenreport (Original Research)
- Untersuchungszeitraum: September 2019 bis September 2026
- Datenbasis: anonymisierte Bestelldaten des Onlineshops CBD040, über 22.000 Bestellungen mit CBD-Blüten aus insgesamt über 30.000 Bestellungen
- Stand der Analyse:
- Autor: Soheil Daneshvar, Gründer und Geschäftsführer von CBD040 (HanseartiQ GmbH), seit September 2019 im deutschen CBD-Markt tätig
Mit dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes (CanG) am 1. April 2024 stand für die CBD-Branche eine Frage im Raum: Verliert die CBD-Blüte an Bedeutung, wenn THC-haltiges Cannabis für Erwachsene legal zugänglich wird? Dieser Report wertet die Bestelldaten von CBD040 aus sieben Jahren aus und ordnet sie anhand öffentlicher Daten von Behörden, wissenschaftlichen Projekten und Google Trends ein. Er beschreibt die Entwicklung eines einzelnen Onlinehändlers, nicht die des gesamten Marktes.
Kernergebnisse
- Kurzer Einbruch nach dem CanG: Im Mai 2024 lagen die Bestellungen mit CBD-Blüten bei CBD040 49 % unter dem Durchschnitt von Januar bis April 2024, im Juni 35 % darunter. Ab Juli 2024 war das Vorniveau wieder erreicht.
- Erholung bis Anfang 2026, seitdem rückläufig: Der Quartalsindex (Basis: Durchschnitt der vier Quartale vor dem CanG = 100) stieg bis zum 1. Quartal 2026 auf 277, den höchsten Wert seit dem 1. Quartal 2021. Im 3. Quartal 2026 lag er bei 199 und damit 23 % unter dem Vorjahresquartal. Von Januar bis September 2026 lagen die Bestellungen insgesamt 13 % über dem Vorjahreszeitraum.
- Entgegen dem allgemeinen Suchtrend: Das Google-Suchinteresse für „CBD Blüten“ lag 2025 um 62 % unter dem Wert von 2021. Die Bestellungen mit CBD-Blüten bei CBD040 lagen 2025 nur 5 % unter dem Niveau von 2021.
- Strukturwandel zu angereicherten CBD-Blüten: Ihr Anteil an den verkauften Gramm stieg von 3 % im Jahr 2023 auf 66 % im Jahr 2025 und 70 % von Januar bis September 2026.
- Keine erkennbare Abwanderung von Bestandskunden: 16,3 % der Käuferinnen und Käufer von CBD-Blüten aus den zwölf Monaten vor dem 1. April 2024 kauften in den zwölf Monaten danach erneut CBD-Blüten. Im Jahr zuvor lag der Wert bei 17,6 %, im Jahr danach bei 15,3 %. Der Wert sinkt seit 2022 gleichmäßig; der Stichtag des CanG weicht nicht von diesem Trend ab.
- Cannabis-Samen als eigenes Segment: 2024 enthielten 41 % aller Bestellungen Cannabis-Samen. Nur 9 % der Samenkäufer des Jahres 2024 hatten zuvor CBD-Blüten bei CBD040 gekauft. Bis 2026 sank der Anteil der Bestellungen mit Samen auf 18 %.
Zusammenfassung
Die vielfach befürchtete Verdrängung der CBD-Blüte durch legales THC-Cannabis zeigt sich in den Daten von CBD040 nicht als dauerhafter Effekt. In den ersten beiden Monaten nach Inkrafttreten des CanG ging die Nachfrage deutlich zurück, erholte sich ab Juli 2024 und erreichte Anfang 2026 den höchsten Stand seit Anfang 2021. Seit dem zweiten Quartal 2026 ist sie wieder rückläufig.
Diese Entwicklung verlief gegen den allgemeinen Trend: Das Google-Suchinteresse für CBD-Blüten sinkt seit 2022 deutlich. Die Daten eines einzelnen Händlers belegen deshalb keine Erholung des Gesamtmarktes. Plausibel ist, dass unternehmensspezifische Faktoren wie Sortiment, Reichweite und Wettbewerbsumfeld die Entwicklung bei CBD040 mitgeprägt haben.
Klar erkennbar ist ein Strukturwandel: Gekauft werden heute überwiegend angereicherte, besonders CBD-starke Blüten. Bestandskunden verhielten sich nach dem 1. April 2024 nicht anders als in den Jahren davor. Cannabis-Samen erreichten 2024 vor allem neue Käufergruppen; ihr Anteil ist seither stark zurückgegangen.
Ausgangslage vor dem 1. April 2024
Vor dem Inkrafttreten des CanG gingen die Erwartungen in der CBD-Branche auseinander. Ein großer Teil der Händler rechnete damit, dass legal zugängliches THC-Cannabis die Nachfrage nach CBD-Blüten spürbar schwächen würde. Die Gegenthese lautete: Ein größerer, normalisierter Cannabismarkt vergrößert auch die Gruppe derjenigen, die Cannabis grundsätzlich schätzen, THC aber reduzieren oder meiden möchten. CBD-Blüten könnten in einem solchen Markt eine eigene Rolle behalten oder ausbauen.
CBD040 vertrat damals die zweite These. Dieser Report prüft, ob die Daten sie stützen, und veröffentlicht die Ergebnisse auch dort, wo sie dieser Erwartung widersprechen.
Der Markt war bereits vor der Legalisierung in Bewegung. Das Google-Suchinteresse für „CBD Blüten“ lag 2023 im Jahresmittel 38 % unter dem Wert von 2022. Im selben Zeitraum erreichte das Suchinteresse für das halbsynthetische Cannabinoid HHC im Januar 2023 seinen bisherigen Höchststand. Auch bei CBD040 erreichten die Bestellungen mit CBD-Blüten 2023 ihren Tiefpunkt: 36 % des Niveaus von 2021.
Datenbasis und Methodik
Datenquelle und Bereinigung
Grundlage sind alle Bestellungen im Onlineshop cbd040.de vom 1. September 2019 bis zum 30. September 2026. Ausgewertet wurden ausschließlich bezahlte Bestellungen; stornierte, nicht bezahlte und vollständig erstattete Bestellungen wurden ausgeschlossen. Großhandelsbestellungen laufen über einen separaten Kanal und sind nicht enthalten. Kundendaten wurden vor der Analyse pseudonymisiert. Der Report enthält ausschließlich aggregierte Werte.
Die bereinigte Datenbasis umfasst über 30.000 Bestellungen, davon über 22.000 Bestellungen mit CBD-Blüten mit rund 47.000 Bestellpositionen.
Definition: CBD-Blüten und angereicherte CBD-Blüten
Als CBD-Blüten gelten alle Produkte, die als CBD-Blüten bezeichnet werden oder zur Kategorie CBD-Blüten gehören, einschließlich Blüten-Sets und Mystery-Boxen. Nicht enthalten sind CBD-Haschisch, Pre-Rolls, Vapes, Produkte mit halbsynthetischen Cannabinoiden sowie Kombinationspakete mit Cannabis-Samen. Da sich Produktbezeichnungen über die Jahre geändert haben, wurden alle historischen Produktnamen einzeln zugeordnet.
Als angereicherte CBD-Blüten gelten Blüten, deren CBD-Gehalt durch natürliche Anreicherung erhöht wird, vergleichbar mit sogenannten Ice Rocks oder Moon Rocks. Im Datensatz sind sie an der Produktbezeichnung erkennbar („Extra Strong“ oder ein ausgewiesener CBD-Gehalt von 40 % oder mehr).
Indexierung
Um keine absoluten Geschäftszahlen offenzulegen, werden Bestellvolumen als Index dargestellt. Für die Entwicklung seit dem CanG ist die Basis der Durchschnitt der vier Quartale vor Inkrafttreten (2. Quartal 2023 bis 1. Quartal 2024 = 100). Für den langfristigen Vergleich ist die Basis das Jahr 2021 (= 100). Alle übrigen Werte sind Anteile, Mittelwerte oder Mediane.
Externe Vergleichsdaten
Zur Einordnung dienen die Einfuhrstatistik des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die Zwischenberichte der wissenschaftlichen Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (EKOCAN), Daten der Europäischen Drogenagentur (EUDA) sowie Google Trends für Deutschland. Google Trends weist relatives Suchinteresse auf einer Skala von 0 bis 100 aus; jeder Suchbegriff ist für sich normiert.
Interessenkonflikt
CBD040 verkauft selbst CBD-Blüten. Wir veröffentlichen die Daten deshalb vollständig nach den hier beschriebenen Regeln, auch dort, wo sie für uns ungünstig ausfallen, und trennen in diesem Report zwischen Messwert, Beobachtung und Interpretation.
Grenzen der Auswertung
- Absolute Bestellvolumen werden auch durch Sortiments-, Preis- und Marketingentscheidungen sowie durch Veränderungen der Reichweite eines Shops beeinflusst. Sie werden deshalb nicht als Marktgröße interpretiert.
- Die Zuordnung zu Produktgruppen erfolgt über Produktbezeichnungen. Bei 0,1 % der Bestellpositionen mit CBD-Blüten fehlt eine Grammangabe.
- Blüten-Sets und Mystery-Boxen sind in den Bestellzahlen enthalten, in den Gramm- und Packungsgrößenauswertungen nicht, da ihr Inhalt variiert.
- Kunden werden über ihre E-Mail-Adresse wiedererkannt. Wer mit mehreren Adressen bestellt, wird mehrfach gezählt.
- Werte für 2026 umfassen Januar bis September.
Nachfrageentwicklung 2019 bis 2026
Die Bestellungen mit CBD-Blüten bei CBD040 durchliefen vier Phasen: starkes Wachstum bis Anfang 2021, einen Rückgang bis zum Tiefpunkt im 2. Quartal 2023, eine Erholung ab Mitte 2023, die sich nach einem kurzen Einbruch im Frühjahr 2024 bis Anfang 2026 fortsetzte, und einen Rückgang seit dem 2. Quartal 2026.

Im Jahresvergleich (2021 = 100) lagen die Bestellungen 2022 bei 69, 2023 bei 36, 2024 bei 65 und 2025 bei 95. Von Januar bis September 2026 erreichten sie 91 % des Werts von Januar bis September 2021.
| Quartal | Index |
|---|---|
| Q1/2023 | 100 |
| Q2/2023 | 50 |
| Q3/2023 | 90 |
| Q4/2023 | 105 |
| Q1/2024 | 155 |
| Q2/2024 (CanG ab 1. April) | 110 |
| Q3/2024 | 168 |
| Q4/2024 | 184 |
| Q1/2025 | 166 |
| Q2/2025 | 202 |
| Q3/2025 | 257 |
| Q4/2025 | 270 |
| Q1/2026 | 277 |
| Q2/2026 | 233 |
| Q3/2026 | 199 |
Zum Vergleich: Der bisherige Höchstwert lag im 1. Quartal 2021 bei 311, der Tiefstwert im 2. Quartal 2023 bei 50.
Der 1. April 2024: Was in den Monaten danach geschah
Im Quartalswert ist der Einbruch nach dem CanG nur gedämpft sichtbar: Der Index fiel vom 1. auf das 2. Quartal 2024 um 29 %. Die Monatswerte zeigen ihn deutlicher. Im Mai 2024 lagen die Bestellungen mit CBD-Blüten 49 % unter dem Durchschnitt von Januar bis April 2024, im Juni 35 %. Im Juli war das Vorniveau wieder erreicht, von August bis November lag es 14 bis 30 % darüber.

| Monat 2024 | Index CBD-Blüten | Anteil Bestellungen mit Samen |
|---|---|---|
| Januar | 98 | 0 % |
| Februar | 110 | 0 % |
| März | 95 | 58 % |
| April | 97 | 73 % |
| Mai | 51 | 50 % |
| Juni | 65 | 60 % |
| Juli | 98 | 52 % |
| August | 114 | 43 % |
| September | 115 | 31 % |
| Oktober | 122 | 25 % |
| November | 130 | 29 % |
| Dezember | 107 | 27 % |
Beobachtung: Lieferengpässe bei CBD-Blüten gab es in diesem Zeitraum nicht. Zeitgleich erweiterte CBD040 im April 2024 sein Sortiment an Cannabis-Samen; im April enthielten 73 % aller Bestellungen Samen.
Mögliche Erklärung (Hypothese): Die Aufmerksamkeit eines Teils der Kundschaft verlagerte sich in den ersten Wochen nach der Legalisierung auf den neu erlaubten Eigenanbau. Belegen lässt sich das mit Bestelldaten nicht. Ab Juli 2024 überlagern sich mehrere Einflüsse, darunter neue, angereicherte Produkte im Sortiment und das HHC-Verbot vom 27. Juni 2024; ihr jeweiliger Beitrag lässt sich nicht trennen.
Bestandskunden und neue Käufer
Bestandskunden: kein Abwanderungseffekt erkennbar
Um den Einfluss des CanG auf bestehende Kundschaft zu prüfen, haben wir für vier Stichtage dieselbe Kennzahl berechnet: den Anteil der Käuferinnen und Käufer von CBD-Blüten aus den zwölf Monaten vor dem Stichtag, die in den zwölf Monaten danach erneut CBD-Blüten kauften. Die Kennzahl ist von Werbemaßnahmen weitgehend unabhängig, weil sie nur bereits bestehende Kunden betrachtet.

| Stichtag | Anteil mit erneutem Kauf in den folgenden 12 Monaten |
|---|---|
| 1. April 2022 | 21,4 % |
| 1. April 2023 | 17,6 % |
| 1. April 2024 (CanG) | 16,3 % |
| 1. April 2025 | 15,3 % |
Der Wert sinkt seit 2022 gleichmäßig. Der Stichtag 1. April 2024 weicht nicht von diesem Verlauf ab; der Unterschied zum Vorjahr ist statistisch nicht signifikant (p = 0,42). Eine verstärkte Abwanderung bestehender CBD-Kundschaft infolge der Legalisierung ist in diesen Daten nicht erkennbar.
Neue Käufer und Wiederkauf
| Jahr | Erstkäufer von CBD-Blüten (Index 2021 = 100) | Anteil der Bestellungen von wiederkehrenden Kunden | Wiederkauf innerhalb von 12 Monaten nach Erstkauf | Median Tage zwischen zwei Bestellungen |
|---|---|---|---|---|
| 2020 | 90 | 44 % | 37 % | 17 |
| 2021 | 100 | 65 % | 41 % | 22 |
| 2022 | 58 | 71 % | 35 % | 27 |
| 2023 | 30 | 74 % | 31 % | 33 |
| 2024 | 90 | 57 % | 29 % | 21 |
| 2025 | 122 | 60 % | 31 % | 20 |
| 2026 (Jan. bis Sep.) | – | 66 % | – | 21 |
2025 gewann CBD040 mehr Erstkäufer von CBD-Blüten als 2021. Die Zahl neuer Käufer hängt jedoch stark von Reichweite und Marketing eines Shops ab und ist deshalb kein Marktindikator. Aussagekräftiger ist der Wiederkauf: Der Anteil der Erstkäufer, die innerhalb von zwölf Monaten erneut bestellen, liegt seit 2023 stabil bei rund 30 % und damit unter den Werten von 2020 und 2021. Die Wiederkaufrate für 2025 bezieht sich auf Erstkäufe bis September 2025.
Produktpräferenzen: der Wechsel zu angereicherten CBD-Blüten
Die deutlichste Veränderung betrifft die Art der gekauften Blüten. Bis 2023 spielten angereicherte CBD-Blüten bei CBD040 kaum eine Rolle. Seit dem zweiten Halbjahr 2024 machen sie den größten Teil der verkauften Menge aus.

| Jahr | Anteil an verkauften Gramm |
|---|---|
| 2023 | 3 % |
| 2024 | 26 % |
| 2025 | 66 % |
| 2026 (Jan. bis Sep.) | 70 % |
Einordnung: Die Verschiebung ist zunächst angebotsgetrieben, weil die meisten dieser Produkte erst ab Mitte 2024 im Sortiment waren. Die Geschwindigkeit, mit der sie übernommen wurden, spricht aber für eine echte Nachfrage nach besonders CBD-starken Produkten. Eine Übersicht dieser Produktgruppe bietet die Kategorie stärkste CBD-Blüten.
Packungsgrößen und Bestellmengen

| Jahr | 1 g | 2–3 g | 5 g | 10–15 g | 20 g und mehr |
|---|---|---|---|---|---|
| 2020 | 10 % | 17 % | 57 % | 13 % | 3 % |
| 2021 | 8 % | 16 % | 33 % | 34 % | 9 % |
| 2022 | 6 % | 12 % | 37 % | 28 % | 17 % |
| 2023 | 8 % | 19 % | 73 % | 0 % | 0 % |
| 2024 | 17 % | 18 % | 65 % | 0 % | 0 % |
| 2025 | 12 % | 19 % | 52 % | 13 % | 4 % |
| 2026 (Jan. bis Sep.) | 11 % | 16 % | 41 % | 23 % | 9 % |
Packungen ab 10 Gramm wurden 2023 und 2024 nicht angeboten; ihr Anteil von 0 % in diesen Jahren ist daher kein Nachfrageeffekt. Seit ihrer Wiedereinführung 2025 stieg ihr Anteil an den verkauften Gramm auf 32 % im Jahr 2026, erreicht aber noch nicht die 43 % von 2021.
Bei der Zahl der Packungen fällt das Jahr 2024 auf: 43 % aller verkauften Packungen enthielten 1 Gramm, der höchste Wert im gesamten Zeitraum (2021: 31 %, 2026: 36 %). Das passt zu einem hohen Anteil neuer Käufer, die zunächst kleine Mengen testen.
| Jahr | Mittelwert | Median |
|---|---|---|
| 2020 | 6,3 g | 5 g |
| 2021 | 8,3 g | 6 g |
| 2022 | 9,8 g | 7 g |
| 2023 | 8,6 g | 6 g |
| 2024 | 6,9 g | 5 g |
| 2025 | 8,5 g | 5 g |
| 2026 (Jan. bis Sep.) | 10,4 g | 5 g |
Die typische Bestellung (Median) umfasst seit 2024 konstant 5 Gramm. Der steigende Mittelwert 2026 geht auf einen wachsenden Anteil großer Bestellungen zurück.
Cannabis-Samen: ein paralleles Segment
Seit dem 1. April 2024 ist der private Eigenanbau für Erwachsene in begrenztem Umfang erlaubt. Cannabis Samen wurden bei CBD040 im selben Jahr zur zweiten großen Produktgruppe.

| Jahr | mit CBD-Blüten | mit Cannabis-Samen |
|---|---|---|
| 2021 | 99 % | 0 % |
| 2022 | 95 % | 0 % |
| 2023 | 75 % | 0 % |
| 2024 | 49 % | 41 % |
| 2025 | 62 % | 29 % |
| 2026 (Jan. bis Sep.) | 80 % | 18 % |
Die Samenkäufer waren überwiegend neue Kundschaft: Nur 9 % der Personen, die 2024 Samen kauften, hatten zuvor CBD-Blüten bei CBD040 bestellt. Entsprechend verschob sich das erste gekaufte Produkt neuer Kunden.
| Jahr | nur CBD-Blüten | nur Samen | CBD-Blüten und Samen | andere Produktgruppen |
|---|---|---|---|---|
| 2021 | 99 % | 0 % | 0 % | 1 % |
| 2024 | 31 % | 43 % | 9 % | 17 % |
| 2025 | 45 % | 26 % | 10 % | 19 % |
| 2026 (Jan. bis Sep.) | 59 % | 15 % | 11 % | 15 % |
Das allgemeine Interesse am Eigenanbau folgt einem ähnlichen Muster: Das Google-Suchinteresse für „Cannabis Samen“ erreichte im April 2024 seinen Höchststand und lag 2025 im Jahresmittel bei 10 % dieses Werts, von Januar bis September 2026 bei 8 %.
Einordnung: externe Marktindikatoren
Google-Suchinteresse für CBD-Blüten
Ein amtliches Marktvolumen für CBD-Blüten in Deutschland gibt es nicht. Ein verfügbarer Indikator ist das Suchinteresse. Es zeigt einen deutlich anderen Verlauf als die Bestellungen bei CBD040.

| Jahr | Bestellungen CBD040 | Suchinteresse „CBD Blüten“ |
|---|---|---|
| 2020 | 55 | 93 |
| 2021 | 100 | 100 |
| 2022 | 69 | 93 |
| 2023 | 36 | 57 |
| 2024 | 65 | 54 |
| 2025 | 95 | 38 |
| 2026 (Jan. bis Sep., verglichen mit Jan. bis Sep. 2021) | 91 | 30 |
Bis 2023 verliefen beide Reihen gleichgerichtet nach unten. Ab 2024 gehen sie auseinander: Das Suchinteresse sank weiter, die Bestellungen bei CBD040 stiegen. Zum Inkrafttreten des CanG gab es eine kurze Spitze: Im April 2024 lag das Suchinteresse für „CBD Blüten“ 84 % über dem Durchschnitt von Januar bis März 2024.
Einordnung: Sinkendes Suchinteresse kann auch auf verändertes Suchverhalten zurückgehen, etwa auf Suchen nach konkreten Shops oder die Nutzung anderer Informationsquellen. Es bleibt dennoch der einzige langfristig verfügbare Breitenindikator. Die Divergenz spricht dafür, dass die Entwicklung bei CBD040 seit 2024 nicht den Gesamtmarkt abbildet.
Medizinalcannabis: Importe
Seit dem 1. April 2024 gilt Medizinalcannabis nicht mehr als Betäubungsmittel. Die Einfuhr getrockneter Cannabisblüten für medizinische und wissenschaftliche Zwecke ist seither stark gestiegen.
| Zeitraum | Importmenge |
|---|---|
| 2023 | 32,5 t |
| 2024 | mehr als 72 t |
| 2025 | rund 201 t (Erstveröffentlichung), nach Nachmeldungen gut 205 t |
| 1. Quartal 2026 | 67,6 t (korrigierter Wert; zunächst gemeldet: 50,5 t) |
Ein Jahreswert für 2026 liegt noch nicht vor. Das BfArM korrigiert Quartalswerte regelmäßig nachträglich, bislang stets nach oben. Importmengen sind zudem keine Verbrauchsmengen.
Von 2023 bis 2025 stiegen die Importe auf mehr als das Sechsfache, die Bestellungen mit CBD-Blüten bei CBD040 auf das 2,6-Fache. Beide Entwicklungen schließen einander nicht aus. Einen ursächlichen Zusammenhang belegen sie nicht.
Konsum und Bezugsquellen
Nach dem ersten Zwischenbericht der wissenschaftlichen Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (EKOCAN) konsumierten 2024 rund 5,3 Millionen Erwachsene in Deutschland Cannabis; die Zahl hat sich durch das Gesetz kaum verändert. Medizinalcannabis deckte demnach etwa 12 bis 14 % des Bedarfs, Anbauvereinigungen produzierten weniger als 0,1 % der benötigten Menge. Der zweite Zwischenbericht vom April 2026 beschreibt einen moderat wachsenden Anteil aus grundsätzlich legalen Quellen, vor allem durch Eigenanbau und Apotheken, und keinen Konsumanstieg, der sich auf die Reform zurückführen ließe.
Halbsynthetische Cannabinoide
Seit dem 27. Juni 2024 fällt HHC unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz. Das Google-Suchinteresse für HHC hatte im Januar 2023 seinen Höchststand erreicht und lag 2025 im Jahresmittel bei 22 % dieses Werts.
Wirkstoffgehalt im THC-Markt
Nach Daten der Europäischen Drogenagentur (EUDA) stieg der durchschnittliche THC-Gehalt von Haschisch im Einzelhandel zwischen 2011 und 2021 um 191 %; Cannabisblüten enthielten 2021 typischerweise 7 bis 13 % THC. Der European Drug Report 2024 beziffert den durchschnittlichen THC-Gehalt von sichergestelltem Haschisch auf knapp 25 %, den von Cannabisblüten seit Jahren auf rund 10 %. Die EKOCAN-Forschenden bewerten zudem die regelhafte Verschreibung von Medizinalcannabis mit hohem Wirkstoffgehalt als nicht durch Studien gerechtfertigt und mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden.
Ob dieser Trend zu höheren Wirkstoffgehalten im THC-Markt und die Verschiebung zu angereicherten CBD-Blüten zusammenhängen, lässt sich mit unseren Daten nicht prüfen. Wir halten es als Beobachtung fest, nicht als Befund.
Regulierung
Im Oktober 2025 hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes beschlossen (BT-Drucksache 21/3061). Er sieht unter anderem ein Verbot der Fernverschreibung und des Versandhandels mit Medizinalcannabis-Blüten vor.
Was sich mit dem CanG in Verbindung bringen lässt – und was nicht
| Beobachtung | Zeitlicher Bezug zum CanG | Einordnung |
|---|---|---|
| Spitze im Suchinteresse für CBD-Blüten und Cannabis-Samen im April 2024 | direkt | Messwert; plausibel als Reaktion auf die Gesetzesänderung |
| Hoher Anteil von Samen an den Bestellungen ab März 2024 | direkt | Messwert; rechtliche Grundlage für den Eigenanbau seit dem 1. April 2024 |
| Einbruch der Bestellungen mit CBD-Blüten im Mai und Juni 2024 | zeitgleich | Messwert; Ursache nicht belegt (Hypothese: Verlagerung der Aufmerksamkeit auf den Eigenanbau) |
| Rückgang 2022 bis 2023 | vor dem CanG | nicht mit dem CanG erklärbar; zeitgleich mit sinkendem Suchinteresse für CBD-Blüten und steigendem für HHC |
| Erholung 2024 bis Anfang 2026 | nach dem CanG | verläuft gegen das allgemeine Suchinteresse; vermutlich überwiegend unternehmensspezifisch (Sortiment, Reichweite) |
| Verschiebung zu angereicherten CBD-Blüten | ab Mitte 2024 | sortimentsgetrieben, von der Kundschaft schnell angenommen |
| Wiederkauf von Bestandskunden | Stichtag 1. April 2024 | kein vom Vorjahrestrend abweichender Effekt messbar |
| Rückgang seit dem 2. Quartal 2026 | über zwei Jahre nach dem CanG | nicht mit dem CanG erklärbar; Ursachen offen, unter anderem Veränderungen der Reichweite |
Unsere These von 2024: teilweise gestützt, nicht belegt
Gestützt wird die These, dass legales THC-Cannabis die Nachfrage nach CBD-Blüten nicht zwangsläufig verdrängt: Bei CBD040 gab es keinen dauerhaften Einbruch, Bestandskunden verhielten sich wie in den Vorjahren, und die Bestellungen erreichten 2025 annähernd das Niveau von 2021, während der medizinische THC-Kanal stark wuchs.
Nicht belegt ist, dass dieses Wachstum von Menschen getragen wird, die ihren THC-Konsum reduzieren oder meiden wollen. Kaufmotive erfasst ein Onlineshop nicht. Ebenso wenig belegen die Daten eine Erholung des Gesamtmarktes; das Suchinteresse spricht eher dagegen.
Offen ist, wie der Rückgang seit dem zweiten Quartal 2026 einzuordnen ist.
Im Kundenkontakt berichten Kundinnen und Kunden seit Jahren, dass sie CBD-Blüten nutzen, um ihren THC-Konsum zu reduzieren. Diese Beobachtung lässt sich mit Bestelldaten nicht quantifizieren. CBD-Blüten sind kein Arzneimittel und keine Behandlung einer Cannabisabhängigkeit. Wir haben dieses Thema in einem eigenen Beitrag behandelt: Kiffen aufhören 2026.
Was diese Daten nicht beweisen
- Sie messen weder Größe noch Entwicklung des deutschen CBD-Marktes und keine Marktanteile.
- Sie belegen keine kausale Wirkung des CanG; zeitliche Zusammenhänge sind keine Ursachen.
- Sie enthalten keine Kaufmotive und keine Angaben zum Konsumverhalten außerhalb der Bestellungen.
- Sie bilden nur den Onlinehandel eines Anbieters ab, nicht stationären Handel, Kioske oder andere Onlineshops.
- Google-Trends-Werte sind relative Indikatoren für Suchinteresse, keine Nachfragemengen.
- Importmengen für Medizinalcannabis sind keine Verbrauchsmengen und werden nachträglich korrigiert.
Einordnung im größeren Cannabismarkt
Seit dem 1. April 2024 ist der deutsche Cannabismarkt deutlich breiter geworden: Der medizinische Kanal hat seine Importe vervielfacht, der Eigenanbau gewinnt laut EKOCAN an Bedeutung, und mit Cannabis-Samen ist ein neues Handelssegment entstanden. Die Daten von CBD040 zeigen, dass CBD-Blüten in diesem breiteren Markt weiterhin nachgefragt werden. Sie zeigen zugleich, dass sich diese Nachfrage verändert: hin zu angereicherten Produkten und zu einer Kundschaft, die sich zu einem großen Teil erst nach 2024 gebildet hat.
Ausblick
Für die weitere Entwicklung sind drei Punkte maßgeblich: die parlamentarische Beratung über die Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes, die weiteren Ergebnisse der EKOCAN-Evaluation, deren Abschlussbericht für 2028 oder 2029 vorgesehen ist, und die Frage, ob sich der Rückgang der Bestellungen seit dem zweiten Quartal 2026 fortsetzt. CBD040 wird diesen Report jährlich aktualisieren.
Häufige Fragen
Hat die Cannabis-Legalisierung die Nachfrage nach CBD-Blüten verringert?
Bei CBD040 kurzfristig ja: Im Mai 2024 lagen die Bestellungen mit CBD-Blüten 49 % unter dem Durchschnitt von Januar bis April 2024, im Juni 35 %. Ab Juli 2024 war das Vorniveau wieder erreicht, und 2025 lagen die Bestellungen bei 95 % des Niveaus von 2021. Für den Gesamtmarkt lässt sich daraus keine Aussage ableiten.
Wie hat sich der CBD-Blütenmarkt in Deutschland seit 2024 entwickelt?
Amtliche Marktdaten für CBD-Blüten gibt es nicht. Das Google-Suchinteresse für „CBD Blüten“ ist seit 2022 deutlich gesunken und lag 2025 62 % unter dem Wert von 2021. Die Bestellungen bei CBD040 haben sich davon seit 2024 entkoppelt. Das Bild ist daher uneinheitlich.
Welche CBD-Blüten werden heute am häufigsten gekauft?
Bei CBD040 entfielen von Januar bis September 2026 70 % der verkauften Gramm auf angereicherte, besonders CBD-starke Blüten. Die häufigste Packungsgröße nach Gramm sind 5 Gramm (41 %); die typische Bestellung umfasst 5 Gramm.
Sind CBD-Kunden nach der Legalisierung zu THC abgewandert?
In den Daten von CBD040 ist keine verstärkte Abwanderung erkennbar. Von den Käufern von CBD-Blüten der zwölf Monate vor dem 1. April 2024 kauften 16,3 % in den folgenden zwölf Monaten erneut, nach 17,6 % im Vorjahr. Der Unterschied ist statistisch nicht signifikant und entspricht einem seit 2022 gleichmäßigen Rückgang.
Wie viel medizinisches Cannabis importiert Deutschland?
Laut BfArM wurden 2024 mehr als 72 Tonnen Cannabisblüten für medizinische und wissenschaftliche Zwecke eingeführt, 2025 rund 201 Tonnen nach Erstveröffentlichung. Für das 1. Quartal 2026 weist das BfArM nach einer Korrektur 67,6 Tonnen aus. Ein Jahreswert für 2026 liegt noch nicht vor.
Über den Autor
Soheil Daneshvar ist Gründer und Geschäftsführer von CBD040 (HanseartiQ GmbH) in Hamburg. Seit September 2019 ist er operativ im deutschen CBD-Markt tätig und verantwortet Sortiment und Produktentwicklung, den Onlinehandel und den Kundenkontakt. Er hat die regulatorischen Veränderungen von der Rechtslage vor 2024 bis zum CanG aus der Sicht eines Händlers begleitet. Mehr über das Unternehmen: Über CBD040.
Quellen
- CBD040: interne, pseudonymisierte Bestelldaten des Onlineshops cbd040.de, September 2019 bis September 2026, eigene Auswertung.
- Google Trends, Deutschland, Suchbegriffe „cbd blüten“, „cannabis samen“ und „hhc“, Zeitraum September 2019 bis Oktober 2026, Abruf am 2. Oktober 2026: trends.google.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Medizinalcannabisverkehr – Ein-/Ausfuhr
- Deutsches Ärzteblatt: Massiver Anstieg bei Import von medizinischem Cannabis
- krautinvest.de: Cannabis-Importe in Q1 2026: Die Gründe für die 33-Prozent-Korrektur
- Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Projekt EKOCAN – Evaluation des Konsumcannabisgesetzes
- Landespräventionsrat Sachsen: Evaluation des Konsumcannabisgesetzes
- Universität Tübingen: Erste Ergebnisse zur Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (KCanG)
- Universitätsklinikum Düsseldorf: Forschungsverbund EKOCAN legt zweiten Zwischenbericht vor
- Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Neue Zwischenergebnisse zur Evaluation des Konsumcannabisgesetzes
- Bundesministerium für Gesundheit: Verordnungen zur Änderung der Anlage des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes
- Europäische Drogenagentur (EUDA): EU Drug Market: Cannabis – Retail markets
- Europäische Drogenagentur (EUDA): European Drug Report 2024: Cannabis
- Deutscher Bundestag: Drucksache 21/3061, Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes



