Cannabis Blütephase Woche für Woche, Verlauf von der Streckung bis zur Ernte, erklärt von CBD040.

Cannabis Blütephase: Woche für Woche bis zur Ernte

Die Cannabis-Blütephase dauert bei den meisten Sorten 7 bis 9 Wochen. Bei feminisierten Pflanzen startet sie mit der Umstellung auf zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden ununterbrochene Dunkelheit, bei autoflowering Sorten automatisch nach rund drei bis vier Wochen. In dieser Zeit verlagert die Pflanze ihre gesamte Energie von Blattwachstum auf die Bildung harzreicher Knospen. Dieser Guide führt dich Woche für Woche durch die Blüte, von der Vorblüte über den Streckungsschub bis zum richtigen Erntezeitpunkt. Stand: August 2026.

Redaktion CBD040, Cannabis-Samen-Shop aus Hamburg, seit 2019 am Markt, über 30.000 Kunden, alle Samen laborgeprüft und aus EU-zertifizierter Zucht.

Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Dauer: meist 7 bis 9 Wochen, sortenabhängig.
  • Start: feminisiert über 12/12-Licht, Autoflower automatisch.
  • Vorblüte: erste Blütenanlagen ab Woche 4 bis 6 der Wachstumsphase.
  • Woche 1 bis 3: Streckungsschub, die Pflanze kann ihre Höhe fast verdoppeln.
  • Woche 4 bis 6: Knospenbildung, Harz und Geruch nehmen deutlich zu.
  • Woche 7 bis 9: Reifung, Trichome werden milchig, Ernte naht.
  • Luftfeuchtigkeit: in der Blüte auf 40 bis 50 Prozent senken.

Was ist die Blütephase bei Cannabis?

Die Blütephase ist der letzte Abschnitt im Lebenszyklus der Cannabispflanze. Statt Blätter und Triebe zu bilden, produziert die Pflanze nun Blütenkelche, Blütenstempel und Trichome, also die harzigen Drüsen, in denen Cannabinoide und Terpene sitzen.

Der Unterschied zur Wachstumsphase

In der vegetativen Phase baut die Pflanze Struktur auf. Sie bildet Stängel, Seitentriebe und Blattmasse und legt damit das Gerüst an, das später die Blüten tragen muss. Mit dem Blütestart kippt dieser Fokus. Die Pflanze stellt das reine Größenwachstum nach wenigen Wochen ein und steckt ihre Energie in die Knospenbildung. Deshalb entscheidet sich in der Blüte, was am Ende tatsächlich geerntet wird, während die Wachstumsphase das Potenzial dafür festlegt.

Was in der Pflanze passiert

Zuerst erscheinen an den Blattachseln und Triebspitzen kleine Kelche mit zwei weißen Härchen, den Pistillen. Aus diesen Einzelkelchen wachsen über die Wochen dichte Blütenstände, die sogenannten Colas. Parallel bildet die Pflanze immer mehr Trichome, erst auf den Blüten, später auch auf den umliegenden kleinen Blättern. Der Geruch nimmt in dieser Zeit deutlich zu, weil sich die Terpenproduktion hochfährt.

Wie lange die Blüte dauert

Die meisten Sorten brauchen 7 bis 9 Wochen. Indicadominante Genetiken sind oft nach 7 bis 8 Wochen fertig, sativadominante können 10 Wochen und mehr benötigen. Autoflowering Sorten durchlaufen den gesamten Zyklus von Keimung bis Ernte in 70 bis 90 Tagen, schnelle F1-Genetiken teils ab 50 Tagen. Der Kalender bleibt aber nur eine Orientierung, entscheidend ist am Ende der Zustand der Trichome. Grundlage für einen sauberen Verlauf ist stabile Genetik aus geprüften Cannabis Samen.

Die Vorblüte: der Übergang zur Blüte

Die Vorblüte bezeichnet die ersten winzigen Blütenanlagen, die eine Pflanze bildet, sobald sie geschlechtsreif ist. Sie erscheinen meist ab Woche 4 bis 6 der Wachstumsphase in den Blattachseln, also an der Gabelung zwischen Haupttrieb und Seitentrieb, und sind noch keine richtige Blüte.

Wann die Vorblüte erscheint

Ausschlaggebend ist nicht das Alter in Tagen, sondern der Entwicklungsstand. Sobald die Pflanze etwa vier bis sechs Nodien gebildet hat, ist sie geschlechtsreif und zeigt Vorblüten. Bei guter Versorgung und starkem Licht passiert das früher, bei schwachem Licht oder kleinem Topf später. Zwei Pflanzen aus derselben Aussaat können sich deshalb um eine Woche oder mehr unterscheiden.

Wie eine Vorblüte aussieht

Weibliche Vorblüten bestehen aus einem kleinen, tropfenförmigen Kelch, aus dem zwei feine weiße Härchen ragen. Männliche Vorblüten sind runde bis leicht ovale Kügelchen an kurzen Stielen, ohne jedes Härchen. In den ersten Tagen sind beide noch sehr klein und ähneln sich stärker, als viele erwarten. Deshalb lohnt es sich, ein bis zwei Tage abzuwarten, statt vorschnell zu entscheiden. Die vollständige Anleitung zur Unterscheidung mit allen Merkmalen findest du im Ratgeber zur männlichen Hanfpflanze erkennen.

Warum die Vorblüte für den Zeitplan wichtig ist

Die Vorblüte ist dein Signal, dass die Pflanze bereit für den Blütestart wäre. Bei feminisierten Sorten musst du deshalb nicht sofort umstellen, du kannst die Wachstumsphase bewusst verlängern, um mehr Struktur und damit mehr Blütenansätze aufzubauen. Umgekehrt weißt du ab diesem Moment, dass ein Umschalten auf zwölf Stunden Licht zuverlässig greift. Bei Autoflower dagegen ist die Vorblüte kein Steuerungspunkt, sondern nur eine Ankündigung, weil die Pflanze ohnehin automatisch weitergeht.

Vorblüte und Kontrolle auf männliche Pflanzen

Die Vorblütephase ist der wichtigste Kontrollzeitpunkt im gesamten Grow. Wer hier männliche Pflanzen übersieht, riskiert, dass sich die Pollensäcke öffnen und die weiblichen Pflanzen bestäubt werden. Aus dichten Blüten wird dann samendurchsetztes Material mit deutlich weniger Ertrag. Kontrolliere ab Woche vier alle zwei bis drei Tage die Blattachseln, am besten mit einer Taschenlampe und einer Lupe.

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Wie leite ich die Blüte ein?

Bei feminisierten Pflanzen leitest du die Blüte ein, indem du den Lichtzyklus auf zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden ununterbrochene Dunkelheit umstellst. Autoflowering Sorten benötigen keine Umstellung, sie wechseln nach etwa drei bis vier Wochen von selbst.

Warum 12 Stunden Dunkelheit

Cannabis ist eine Kurztagpflanze. Die verlängerte Dunkelphase simuliert den nahenden Herbst und löst hormonell die Blütenbildung aus. Entscheidend ist dabei die ununterbrochene Dunkelheit, nicht die Lichtmenge. Schon kurze Lichtunterbrechungen während der Nachtphase können den Prozess stören, die Blüte verzögern oder Zwitterbildung auslösen. Outdoor übernimmt die Natur diese Steuerung, sobald die Tage im Spätsommer kürzer werden.

Der richtige Zeitpunkt für die Umstellung

Es gibt kein festes Datum, sondern eine praktische Regel: Die Pflanze verdoppelt in den ersten Blütewochen oft ihre Höhe. Stelle also um, wenn sie etwa die Hälfte der Endhöhe erreicht hat, die dein Zelt oder dein Standort zulässt. Wer zu spät umstellt, bekommt Platzprobleme und Pflanzen, die in die Lampe wachsen. Wer zu früh umstellt, verschenkt Struktur und damit Ertrag.

Schritt für Schritt umstellen

  1. Zeitschaltuhr einstellen: Auf zwölf Stunden an und zwölf Stunden aus umprogrammieren, feste Zeiten wählen.
  2. Zelt abdichten: Reißverschlüsse, Kabeldurchführungen und Kontrollleuchten auf Lichtlecks prüfen.
  3. Platz schaffen: Lampenhöhe kontrollieren und genug Abstand nach oben einplanen.
  4. Dünger vorbereiten: Wachstumsdünger schrittweise ausschleichen, Blütedünger einführen.
  5. Klima anpassen: Luftfeuchtigkeit in den kommenden Wochen schrittweise senken.
  6. Nicht mehr stark beschneiden: Strukturschnitte gehören vor die Umstellung.

Praxishinweis: Vermeide Stromausfälle und spontane Zeitverschiebungen. Ein unterbrochener Rhythmus in den ersten Blütewochen ist einer der häufigsten Auslöser für Zwitterbildung.

Cannabis Blütephase Woche für Woche

Die Blüte verläuft in drei Abschnitten: Streckung in Woche 1 bis 3, Knospenbildung in Woche 4 bis 6 und Reifung ab Woche 7. Der genaue Zeitpunkt verschiebt sich je nach Sorte um ein bis zwei Wochen, indicadominante Genetiken sind meist früher fertig als sativadominante.

Woche Was passiert Worauf achten
1 Umstellung greift, Pflanze wächst stark weiter Platz nach oben, Lampenabstand prüfen
2 Streckung auf dem Höhepunkt, erste weiße Stempel Luftfeuchtigkeit langsam senken
3 Streckung endet, erste Blütenansätze bilden sich auf Blütedünger umstellen
4 Knospen werden sichtbar, Trichome beginnen Zwitterkontrolle starten
5 Blüten verdichten sich, Geruch nimmt zu Belüftung sicherstellen
6 Knospen werden dick, Harzbildung stark Luftfeuchte auf 40 bis 45 Prozent
7 Reifung beginnt, Stempel färben sich orange Trichome mit Lupe prüfen
8 Blüten voll ausgebildet, Trichome milchig Flushing einleiten
9 Reife erreicht, erste bernsteinfarbene Trichome Ernte vorbereiten

Woche 1 und 2: die Umstellung greift

In den ersten beiden Wochen reagiert die Pflanze noch kaum sichtbar auf den neuen Lichtzyklus, wächst dafür aber kräftig weiter. Genau jetzt setzt der Streckungsschub ein, den viele Einsteiger unterschätzen. Die Pflanze verlängert Internodien und Triebe teils dramatisch. Gegen Ende der zweiten Woche zeigen sich an den Triebspitzen die ersten weißen Blütenstempel, noch als einzelne Kelche ohne erkennbare Knospenform. Halte in dieser Phase den Lampenabstand im Blick, weil sich der Abstand täglich verringert.

Woche 3: die Weichen werden gestellt

Die Streckung läuft aus, das Höhenwachstum kommt weitgehend zum Stillstand. Aus den einzelnen Kelchen bilden sich erste kleine Blütenansätze, die noch locker wirken. Das ist der richtige Zeitpunkt, um endgültig auf Blütedünger umzustellen, also den Stickstoffanteil zu senken und Phosphor sowie Kalium zu erhöhen. Auch die Luftfeuchtigkeit sollte jetzt spürbar unter dem Niveau der Wachstumsphase liegen. Welcher Dünger in welcher Phase passt, erklärt der Ratgeber zu Cannabis Dünger.

Woche 4 und 5: die Knospen entstehen

Jetzt wird sichtbar, worauf der ganze Grow hinausläuft. Die Blütenansätze wachsen zusammen, es entstehen erkennbare Knospen, und an den Kelchen bilden sich die ersten Trichome. Der Geruch nimmt deutlich zu, was in Innenräumen erstmals eine Rolle spielt. Gleichzeitig steigt das Risiko für Zwitterbildung, weil Stress in dieser Phase besonders leicht zur Selbstbestäubung führt. Kontrolliere ab jetzt zweimal wöchentlich die Blütenansätze, auch im Inneren der Pflanze und an den unteren Trieben.

Woche 6 und 7: Verdichtung und Harzbildung

Die Knospen werden kompakt und schwer, die Trichomdichte steigt sichtbar an. Viele Sorten entwickeln in dieser Phase ihr charakteristisches Aroma. Die dichten Blütenstände sind nun anfällig für Schimmel und Blütenfäule, weshalb Luftzirkulation und eine Luftfeuchtigkeit um 40 bis 45 Prozent wichtig werden. Erste Blütenstempel färben sich orange, was ein grober Reifehinweis ist, aber noch kein Erntesignal. Größere Eingriffe wie Beschneiden solltest du jetzt unterlassen.

Woche 8 und 9: Reifung und Ernte

Die Blüten sind weitgehend ausgebildet, das Wachstum verlagert sich vollständig auf Reifung. Die Trichome wechseln von klar zu milchig-trüb, einzelne werden bernsteinfarben. Spätestens jetzt beginnst du mit dem Flushing, gießt also nur noch mit reinem, pH-korrektem Wasser. Ein Vergilben der unteren Blätter ist in dieser Phase normal und kein Mangel, sondern zeigt, dass die Pflanze eingelagerte Reserven aufbraucht. Wie du den exakten Erntezeitpunkt anhand der Trichome bestimmst, zeigt der Ratgeber zu Cannabis ernten und Trichome deuten.

Woche 10 und länger

Sativadominante Genetiken und einige Haze-Sorten brauchen deutlich länger, teils 10 bis 12 Wochen. Das ist kein Problem, solange die Pflanze gesund bleibt und die Trichome noch nicht überwiegend bernsteinfarben sind. Wer zu lange wartet, bekommt einen schwereren, ruhigeren Charakter und riskiert zusätzlich späte Zwitterbildung durch die überzogene Blütezeit.

Der Streckungsschub im Detail

In den ersten zwei bis drei Blütewochen kann eine Cannabispflanze ihre Höhe nahezu verdoppeln. Dieser Streckungsschub ist völlig normal und muss beim Planen der Zelthöhe und des Umstellungszeitpunkts von Anfang an einkalkuliert werden.

Wie stark die Streckung ausfällt

Das Ausmaß hängt stark von der Genetik ab. Indicadominante Sorten legen oft nur 25 bis 50 Prozent zu, ausgeprägte Sativas können sich mehr als verdoppeln oder sogar verdreifachen. Auch die Lichtstärke spielt hinein: Schwaches Licht verstärkt die Streckung, weil die Pflanze nach oben strebt, starkes Licht hält sie kompakter. Bei Autoflower ist die Streckung meist moderater, weil der gesamte Zyklus kürzer ist.

Genetik Typische Streckung Planung
Indicadominant etwa 25 bis 50 Prozent bei rund zwei Dritteln Zielhöhe umstellen
Hybrid etwa 50 bis 100 Prozent bei etwa der Hälfte umstellen
Sativadominant 100 Prozent und mehr bei rund einem Drittel umstellen

Die Streckung sinnvoll nutzen

Statt gegen die Streckung zu arbeiten, kannst du sie steuern. Low Stress Training, also das vorsichtige Herunterbinden der Triebe, verteilt das Höhenwachstum in die Breite und erzeugt ein flaches, gleichmäßiges Blätterdach mit vielen gleich hohen Blütenspitzen. Das erhöht die Lichtausbeute deutlich, ohne die Pflanze zu verletzen. Die passenden Techniken erklärt der Ratgeber zum Cannabis beschneiden.

Was du in der Streckung vermeiden solltest

Starke Schnitte gehören nicht in diese Phase. Topping oder radikales Entlauben in der frühen Blüte kostet Ertrag und stresst die Pflanze genau dann, wenn sie besonders empfindlich auf Störungen reagiert. Leichtes Entfernen einzelner großer Schattenblätter ist bis etwa zur dritten Blütewoche vertretbar, alles darüber hinaus solltest du dir sparen. Auch Umtopfen ist in der Streckung keine gute Idee.

Wenn die Pflanze zu hoch wird

Ist der Abstand zur Lampe kritisch geworden, hast du drei schonende Optionen. Du kannst die Lampe höher hängen, sofern das die Konstruktion zulässt, die Lichtintensität leicht reduzieren, oder die höchsten Triebe mit Low Stress Training herunterbinden. Ein Kappen der Triebspitzen in der Blüte ist die schlechteste Variante und sollte der letzte Ausweg bleiben.

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Autoflowering und indicadominante Genetiken bleiben niedrig und sind ideal, wenn die Höhe begrenzt ist. Bei CBD040 laborgeprüft, ab 3,90 Euro pro Samen, Versand aus Deutschland ohne Zoll, Kauf auf Rechnung und mit Klarna.

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Licht in der Blütephase

Feminisierte Pflanzen brauchen in der Blüte exakt zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden ununterbrochene Dunkelheit. Wichtiger als die reine Dauer ist dabei die Lichtdichtheit: Schon kleine Lichtlecks in der Nachtphase können die Blüte stören und Zwitterbildung auslösen.

Die Dunkelphase absichern

Prüfe dein Zelt einmal komplett im abgedunkelten Raum bei ausgeschalteter Lampe. Typische Schwachstellen sind Reißverschlüsse, Kabeldurchführungen, Lüftungsöffnungen und Kontroll-LEDs an Steckdosenleisten, Zeitschaltuhren oder Ventilatoren. Kleb störende Leuchtdioden ab und schließe undichte Stellen. Auch das Betreten des Zeltes während der Dunkelphase solltest du vermeiden, weil dabei regelmäßig Licht eindringt.

Lichtstärke und Abstand

In der Blüte verträgt die Pflanze mehr Licht als in der Wachstumsphase, aber der Abstand muss stimmen. Zu nah hängende Lampen führen zu Lichtstress, gebleichten Blütenspitzen und eingerollten Blättern, zu weit entfernte Lampen zu luftigen, gestreckten Blüten. Halte dich an die Herstellerangaben zum Abstand und beobachte die obersten Blätter. Zeigen sie sich hell, verbrannt oder tütenförmig eingerollt, ist der Abstand zu gering. Was zu viel Licht konkret anrichtet und wie du gegensteuerst, behandelt der Ratgeber zu Cannabis und zu viel Licht.

Lichtspektrum in der Blüte

Für die Blüte ist ein höherer Rotanteil im Spektrum günstig, wie ihn moderne Vollspektrum-LEDs liefern. Viele Grower nutzen dieselbe Lampe für beide Phasen, was völlig ausreicht. Wichtiger als das exakte Spektrum ist eine gleichmäßige Ausleuchtung des gesamten Blätterdachs, damit auch die seitlichen Blüten Licht bekommen. Ein flaches, breites Blätterdach ist hier hilfreicher als jede Spektrumsoptimierung.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Blüte

In der Blütephase liegt die ideale Temperatur bei etwa 22 bis 26 Grad am Tag und einige Grad darunter in der Nacht. Die Luftfeuchtigkeit sollte von rund 60 Prozent zu Blütebeginn schrittweise auf 40 bis 45 Prozent in der Spätblüte gesenkt werden.

Warum die Luftfeuchtigkeit sinken muss

Mit zunehmender Blütendichte steigt das Schimmelrisiko erheblich. Dichte Knospen speichern Feuchtigkeit im Inneren, und Blütenfäule beginnt oft unsichtbar von innen. Eine sinkende Luftfeuchtigkeit ist deshalb die wichtigste vorbeugende Maßnahme in der zweiten Blütehälfte. Kommt zusätzlich stehende Luft dazu, wird es kritisch, weshalb eine gleichmäßige Zirkulation genauso wichtig ist wie der Messwert selbst.

Phase Temperatur Tag Luftfeuchtigkeit
Blütewoche 1 bis 3 23 bis 26 Grad etwa 55 bis 60 Prozent
Blütewoche 4 bis 6 22 bis 25 Grad etwa 45 bis 55 Prozent
Blütewoche 7 bis Ernte 20 bis 24 Grad etwa 40 bis 45 Prozent

Temperaturgefälle zwischen Tag und Nacht

Ein leichtes Absinken der Temperatur in der Dunkelphase, etwa um drei bis fünf Grad, ist unproblematisch und kann bei manchen Sorten sogar die Farbausprägung fördern. Zu große Sprünge oder Temperaturen dauerhaft über 30 Grad sind dagegen schädlich, weil sie Terpene austreiben, die Harzbildung bremsen und Zwitterbildung begünstigen können.

Luftzirkulation richtig einstellen

Ziel ist eine spürbare, aber sanfte Bewegung im gesamten Blätterdach, nicht ein Sturm auf einzelne Pflanzen. Richte Ventilatoren nicht direkt auf die Blüten, sondern lasse die Luft indirekt zirkulieren. Zusätzlich braucht das Zelt einen echten Luftaustausch über Ab- und Zuluft, sonst reichert sich Feuchtigkeit an, egal wie stark der Umluftventilator läuft.

Dünger und Pflege in der Blüte

In der Blüte sinkt der Stickstoffbedarf, während Phosphor und Kalium wichtiger werden. Ein Blütedünger mit einem NPK-Verhältnis von etwa 1-3-4 unterstützt die Bildung dichter, harzreicher Knospen. Der pH-Wert bleibt bei 6,0 bis 6,5 in Erde.

Stelle mit Beginn der dritten Blütewoche vollständig auf Blütedünger um und dosiere maßvoll, idealerweise startend mit der halben Herstellerangabe. Zu viel Stickstoff führt zu üppigem Blattwerk statt dichter Blüten und kann das spätere Aroma beeinträchtigen. Achte zusätzlich auf Calcium und Magnesium, deren Bedarf unter starkem LED-Licht steigt. In den letzten ein bis zwei Wochen vor der Ernte gießt du nur noch mit reinem Wasser. Alle Details zu NPK, Dosierung und pH-Wert findest du im Ratgeber zu Cannabis Dünger.

Zeigt die Pflanze in der Blüte gelbe Blätter, ist die Ursache nicht immer ein Mangel. In der Spätblüte ist ein Vergilben der unteren Blätter normal. Tritt es früh und großflächig auf, lohnt der Blick in die Symptomübersicht im Ratgeber zu Cannabis Mangelerscheinungen.

Blütephase sicher erkennen

Die Blüte erkennst du am Übergang von einzelnen weißen Blütenstempeln zu dichten Knospen, die zunehmend mit klebrigen Trichomen überzogen sind. Parallel wird der Geruch deutlich intensiver und das Höhenwachstum kommt zum Stillstand.

Zu Beginn erscheinen an Blattachseln und Triebspitzen die ersten Pistillen, also die weißen Härchen. Aus diesen Einzelkelchen wachsen über die Wochen Blütenstände zusammen. Ein sicheres Zeichen für die fortgeschrittene Blüte sind die glitzernden Trichome auf Blüten und den kleinen umliegenden Blättern. Sie erscheinen zuerst als feiner, kaum sichtbarer Belag und werden dann von Woche zu Woche dichter.

Ein weiteres verlässliches Signal ist das Ende des Streckungswachstums. Solange die Pflanze noch deutlich in die Höhe schießt, befindet sie sich in der Übergangsphase. Sobald die Höhe stabil bleibt und die Energie sichtbar in die Knospen wandert, ist die eigentliche Blütephase erreicht.

Zwitterkontrolle während der Blüte

Auch feminisierte Pflanzen können unter Stress zwittrig werden und Pollensäcke zwischen den Blüten bilden. Kontrolliere ab der vierten Blütewoche zweimal wöchentlich, besonders im Inneren der Pflanze und an den unteren Trieben.

Typische Auslöser sind Lichtlecks in der Dunkelphase, Hitze über 30 Grad, unterbrochene Lichtzyklen, mechanische Schäden und eine deutlich überzogene Blütezeit. Zwitter zeigen sich entweder als klassische runde Pollensäcke zwischen den Blüten oder als gelbliche, bananenförmige Pollenträger, die direkt aus den Blütenkelchen wachsen. Letztere sind besonders tückisch, weil sie keine Schutzhülle haben und ihren Pollen praktisch sofort abgeben.

Findest du nur einzelne Stellen, kannst du diese vorsichtig mit einer Pinzette entfernen, die Pflanze täglich weiter kontrollieren und vor allem die Stressursache beheben. Ist der Zwitterwuchs großflächig, nimm die Pflanze aus dem Grow, um die übrigen zu schützen. Die vollständige Anleitung zur Erkennung findest du im Ratgeber zur männlichen Hanfpflanze und Zwittern.

Wann ist Erntezeit?

Geerntet wird, wenn die Mehrzahl der Trichome milchig-trüb ist und einzelne bernsteinfarben werden. Rein klare, glasige Trichome bedeuten, dass die Pflanze noch nicht reif ist. Die Farbe der Blütenstempel allein ist nur ein grober Hinweis.

Am zuverlässigsten prüfst du die Reife mit einer Lupe oder einem Taschenmikroskop mit 30- bis 60-facher Vergrößerung, und zwar an den Blüten selbst, nicht an den umliegenden Blättern. Als Faustregel gilt: rund 70 bis 90 Prozent milchige Trichome und einige wenige bernsteinfarbene sind der ideale Zeitpunkt. Wer früher erntet, bekommt einen klareren Charakter, wer später erntet, einen ruhigeren und schwereren.

Nach der Ernte folgen Trocknung und Curing, die maßgeblich über das endgültige Aroma entscheiden. Der komplette Ablauf inklusive Trichom-Tabelle steht im Ratgeber zu Cannabis ernten.

Blütephase bei Autoflowering-Pflanzen

Autoflowering Pflanzen wechseln ohne Lichtumstellung automatisch nach rund drei bis vier Wochen in die Blüte. Der gesamte Zyklus von Keimung bis Ernte dauert meist 70 bis 90 Tage, bei schnellen F1-Genetiken teils ab 50 Tagen.

Weil Autoflower nicht auf zwölf Stunden umgestellt werden, kannst du sie durchgehend mit 18 bis 20 Stunden Licht betreiben. Das macht sie einsteigerfreundlich und ideal für kurze Sommer oder den Balkon. Der Nachteil ist der fehlende Puffer: Da der Zeitplan feststeht, lassen sich Fehler kaum ausgleichen. Ein Nährstoffbrand oder starker Stress in Woche zwei kostet unwiederbringlich Größe und Ertrag.

Praktisch heißt das: sparsam düngen, nicht umtopfen, keine starken Schnitte, stattdessen Low Stress Training. Welche Autoflower-Genetiken besonders schnell und robust durchlaufen, zeigt der Ratgeber zu den schnellsten Autoflowering-Sorten.

Blütephase outdoor

Beim Anbau im Freien startet die Blüte in Deutschland meist im Spätsommer, wenn die Tage spürbar kürzer werden. Geerntet wird je nach Sorte und Wetter zwischen Ende September und Ende Oktober.

Outdoor übernimmt die Natur die Lichtsteuerung, dafür kommen andere Herausforderungen dazu. Feuchtes Herbstwetter ist das größte Risiko, weil dichte Knospen bei Dauerregen und kühlen Nächten schnell schimmeln. Ein regengeschützter, luftiger Standort hilft erheblich. Bei angekündigten Regenperioden in der Spätblüte ziehen viele Grower die Ernte lieber ein paar Tage vor, statt einen Totalverlust durch Blütenfäule zu riskieren.

Ein weiterer Punkt ist Fremdpollen. Im Freien kann Pollen aus der Nachbarschaft eingetragen werden, was zu samendurchsetzten Blüten führt, ohne dass du selbst eine männliche Pflanze hattest. Autoflowering Sorten umgehen einen Teil dieser Probleme, weil sie unabhängig von der Jahreszeit reifen und oft schon im Hochsommer erntereif sind.

Die häufigsten Fehler in der Blütephase

Die meisten Blüteprobleme entstehen durch Lichtlecks, zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu viel Stickstoff, zu spätes Umstellen und zu starkes Beschneiden in der Blüte.

Lichtlecks in der Dunkelphase

Der Klassiker und häufigster Auslöser für Zwitterbildung. Prüfe das Zelt einmal komplett im Dunkeln und kleb alle Kontrollleuchten ab.

Luftfeuchtigkeit zu hoch gelassen

Wer die Werte aus der Wachstumsphase beibehält, riskiert Schimmel in den dichten Knospen der Spätblüte. Senke schrittweise auf 40 bis 45 Prozent.

Zu viel Stickstoff in der Blüte

Führt zu viel Blattmasse und lockeren Blüten. Stelle spätestens ab Woche drei konsequent auf Blütedünger um.

Zu spät auf 12/12 umgestellt

Die Pflanze verdoppelt danach oft ihre Höhe und wächst in die Lampe. Stelle um, wenn etwa die Hälfte der möglichen Endhöhe erreicht ist.

In der Blüte stark beschnitten

Topping oder radikales Entlauben in der Blüte kostet Ertrag und erzeugt genau den Stress, der Zwitterbildung auslöst. Strukturschnitte gehören in die Wachstumsphase.

Zu früh oder zu spät geerntet

Klare Trichome bedeuten unreif, überwiegend bernsteinfarbene bedeuten überreif. Entscheide immer mit der Lupe, nicht nach Kalender oder Stempelfarbe.

Fazit

Die Blütephase entscheidet über Ertrag, Aroma und Qualität. Wer den Lichtzyklus sauber hält, die Luftfeuchtigkeit rechtzeitig senkt und den Erntezeitpunkt an den Trichomen festmacht, hat die drei wichtigsten Stellschrauben im Griff.

Merke dir den groben Ablauf: Woche 1 bis 3 gehören der Streckung, plane deshalb Platz nach oben und stelle spätestens in Woche 3 auf Blütedünger um. Woche 4 bis 6 bilden die Knospen, jetzt sinkt die Luftfeuchtigkeit und die Zwitterkontrolle beginnt. Ab Woche 7 läuft die Reifung, du prüfst regelmäßig die Trichome und leitest das Flushing ein.

Der häufigste vermeidbare Fehler ist ein Lichtleck in der Dunkelphase. Ein einziger Kontroll-LED-Punkt kann eine ganze Ernte kosten. Prüfe dein Zelt einmal gründlich im Dunkeln, bevor du auf zwölf Stunden umstellst, dann ist dieses Risiko dauerhaft erledigt.

Häufige Fragen zur Blütephase

Wie lange dauert die Blütephase bei Cannabis?

Meist 7 bis 9 Wochen. Indicadominante Sorten sind oft früher fertig, sativadominante brauchen bis zu 12 Wochen. Autoflower durchlaufen den gesamten Zyklus in 70 bis 90 Tagen.

Was ist die Vorblüte?

Die ersten winzigen Blütenanlagen, die eine Pflanze bildet, sobald sie geschlechtsreif ist. Sie erscheinen meist ab Woche 4 bis 6 der Wachstumsphase in den Blattachseln und sind noch keine richtige Blüte.

Wann erscheint die Vorblüte?

Sobald die Pflanze etwa vier bis sechs Nodien gebildet hat. Bei starkem Licht und guter Versorgung früher, bei schwachem Licht oder kleinem Topf später. Autoflower zeigen sie oft schon ab Woche drei.

Wie erkenne ich die Vorblüte?

Weibliche Vorblüten sind kleine Kelche mit zwei weißen Härchen, männliche runde Kügelchen an kurzen Stielen ohne Härchen. In den ersten Tagen ähneln sich beide, deshalb ein bis zwei Tage abwarten.

Wie leite ich die Blüte ein?

Bei feminisierten Pflanzen durch Umstellung auf zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden ununterbrochene Dunkelheit. Autoflowering Sorten blühen automatisch nach etwa drei bis vier Wochen.

Wann sollte ich auf 12/12 umstellen?

Wenn die Pflanze etwa die Hälfte der möglichen Endhöhe erreicht hat, da sie sich in der Blüte oft noch verdoppelt. Bei sativadominanten Sorten schon bei rund einem Drittel.

Was passiert in Woche 3 der Blüte?

Die Streckung endet und die ersten Blütenansätze bilden sich. Das ist der richtige Zeitpunkt, um vollständig von Wachstums- auf Blütedünger umzustellen.

Warum streckt sich meine Pflanze zu Beginn der Blüte so stark?

Der Streckungsschub in den ersten zwei bis drei Wochen ist normal. Die Pflanze kann ihre Höhe fast verdoppeln, sativadominante Sorten sogar mehr. Plane genug Platz nach oben ein.

Wie viel Licht braucht Cannabis in der Blüte?

Feminisierte Pflanzen brauchen genau zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden komplette Dunkelheit. Lichtlecks in der Nachtphase können Stress und Zwitterbildung auslösen.

Welche Luftfeuchtigkeit ist in der Blüte richtig?

Zu Blütebeginn etwa 55 bis 60 Prozent, ab der Mitte 45 bis 55 Prozent und in der Spätblüte 40 bis 45 Prozent. Zu hohe Werte begünstigen Schimmel in den dichten Knospen.

Welche Temperatur ist in der Blüte optimal?

Etwa 22 bis 26 Grad am Tag und einige Grad weniger in der Nacht. Dauerhaft über 30 Grad schadet, weil Terpene austreiben und die Harzbildung leidet.

Welchen Dünger brauche ich in der Blüte?

Einen phosphor- und kaliumbetonten Blütedünger mit einem NPK-Verhältnis von etwa 1-3-4. Der Stickstoffanteil sinkt, weil sonst Blattmasse statt Blüten entsteht.

Kann ich in der Blüte noch beschneiden?

Leichtes Entfernen einzelner unterer Schattenblätter ist bis etwa zur dritten Blütewoche möglich. Starkes Beschneiden oder Topping solltest du vermeiden, da es Ertrag kostet und Zwitterbildung begünstigt.

Woran erkenne ich, dass die Ernte naht?

An den Trichomen. Sind die meisten milchig-trüb und einzelne bernsteinfarben, ist die Pflanze reif. Die Blütenstempel färben sich zusätzlich orange, das allein ist aber kein sicheres Signal.

Warum werden in der Blüte die unteren Blätter gelb?

In der Spätblüte ist das normal, weil die Pflanze eingelagerte Nährstoffe in die Knospen verlagert. Tritt es früh und großflächig auf, deutet es auf einen Mangel oder ein pH-Problem hin.

Kann eine feminisierte Pflanze in der Blüte noch zwittrig werden?

Ja, unter Stress. Typische Auslöser sind Lichtlecks, Hitze über 30 Grad, unterbrochene Lichtzyklen und eine überzogene Blütezeit. Kontrolliere ab Woche vier zweimal wöchentlich.

Wann blüht Cannabis outdoor?

In Deutschland meist ab dem Spätsommer, wenn die Tage kürzer werden. Geerntet wird je nach Sorte und Wetter zwischen Ende September und Ende Oktober.

Muss ich vor der Ernte spülen?

Ja, das sogenannte Flushing. In den letzten ein bis zwei Wochen nur noch mit reinem, pH-korrektem Wasser gießen, damit keine Nährsalze im Endprodukt bleiben.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Bundesministerium für Gesundheit, Informationen zum Konsumcannabisgesetz: bundesgesundheitsministerium.de
  2. Gesetze im Internet, amtlicher Volltext des Konsumcannabisgesetzes: gesetze-im-internet.de
  3. Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen: julius-kuehn.de

Stand der Recherche: August 2026. Der Eigenanbau ist Erwachsenen ab 18 Jahren im Rahmen der geltenden Regelungen erlaubt. Diese Angaben ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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